
Friedenskerze St. Petersburg im Juni 2010
Wie alles begann:
Irgendwann saßen wir in Friesau am Lagerfeuer und dachten...Matthias ist jetzt nicht mehr so weit weg....nur in St. Petersburg? O.k. das kriegen wir hin. Die Thüringer Biker planten drei Touren. Dies ist nun der Bericht von "Tour 1".
Er ist bewusst in Tagebuchform geschrieben, denn ich war ja mit Freunden unterwegs. Ich hoffe also auf viele neue Beiträge.... und der geneigte Besucher klicke mal auf Frame aktualisieren. Es könnte schon wieder was Neues hier stehen...
Dienstag, 15 Juni
Thomas: Heiko ruft an, kann ich bei Dir übernachten? Schlingel, oder besser Freund, Danke dass Du nachsehen wolltest, ob ich wirklich fahren kann und Danke, dass Du sonst den Posten des Tourguides übernommen hättest.
Sonntag, 13. Juni
Thomas: Erste Testfahrt nach fast 10 Woche mit kaputtem Fuß. 65 km gehen.... dann gehen auch 2000. Hexchen, meine Frau, ist zu recht sehr skeptisch aber sie lässt mich fahren.
Mittwoch, 16 Juni
Thomas: Es geht tatsächlich los. Leises Kribbeln im Bauch als wir gegen 9:30 in Leipzig starten. Um 11 Uhr wollen wir uns in Magdeburg am Dom treffen - und tatsächlich sind gegen 12:00 auch die Letzten dort angekommen. Gegenseitiges Beschnuppern, das passt!
Allerdings habe ich die Ladesteckdose für das Navi nicht wieder angeklemmt ... ein Riesenfehler! Gegen 22 Uhr waren wir dann an der Fähre ..... und warteten erst mal 2 Stunden auf das Verladen. Gut das wir was zu trinken dabei hatten und dass es warm war... schnell? noch die Bikes verzurrt und dann wollten wir eigentlich noch gemütlich ein Bier trinken. Aber kaum waren wir in unserem drei Mann Wohnklo hat uns der Schlaf übermannt.
Donnerstag, 17.Juni
Thomas: Ein Tag auf See, ich kann die Ruhe gut gebrauche. Berthold liest in der Bibel, ich geh erst mal in die Sauna um meine Gräten ein wenig zu ordnen. So ganz fitt bin ich halt doch nicht.
Am Nachmittag setzen wir uns zum "Probeausfüllen" der russischen Einreiseformulare zusammen. Das war glaube ich eine sehr gute Idee. Keine der anderen Truppen meisterte die russische Grenze so schnell wie wir.
Ein ruhiger Tag auf See. Klasse!
Freitag, 18. Juni
Thomas: Früh aufstehen, wir sind in Helsinki. Es nieselt und ist kühl. Das ist aber nur ein kurzes Intermezzo. Auf schönen Straßen abseits der Autobahn fahren wir - mit Kaffepause - bis zur russischen Grenze. Alle haben ein wenig Muffensausen, denn wir wissen nicht was uns dort erwartet. Überraschung: Ein freundlicher russischer Zöllner winkt uns nach vorne. In nicht einmal 90 Minuten haben wir die Grenze gemeistert. Danke an die hilfreichen russischen Zöllner! Sie haben sogar Fehler in unseren Formularen einfach korrigiert ....
Nun weiter nach St. Petersburg. Noch knapp 200 km. Aber wie? Die eben noch zivilisiert fahrenden Russen überholen rechts, links und wenn oben und unten gegangen wären hätten sie es auch noch getan. Mein Job an der Spitze war richtig anstrengend!
Aber wir erreichen Pieter in der geplanten Zeit und geraten in einen Monsterstau. Allen anderen Gruppen ging es zwar genau so... aber warum muss eigentlich meine alte Dame auch noch kochen. 200 m vor dem Ziel ...ein Polizist lässt uns nicht weiterfahren - Wirtschaftsgipfel -, das Navi ist leer, das Motorrad kocht und am Ende verlieren wir uns auch noch. Zum Glück sind wir alle eine halbe Stunde später irgendwie am Ziel angekommen. Schnell noch was essen und ab in die Heia.
Samstag, 19. Juni
Nach einer ruhigen Nacht im Gemeindesaal treffen wir uns mit Matthias. Was tun? Erst mal auf der Newa Schiffchen fahren. Eine gute Idee, vor allem mit deutscher Führung vom MP3 Player. Gesagt getan!
Dass wir im Verlaufe unserer Zeit in St. Petersburg laufend auf die anderen Tourer treffen sei dabei nur am Rand bemerkt.
Tja und dann folgte unser Gottesdienst. Mit 100 Bikern aus Deutschland, 2 Hunden, einem Papagei, und einer klasse Band aus St. Petersburg (ich glaube die gehören zu den Presbiterianern). Es war einfach schön.

Wir alberten dann noch ein wenig vor der Kirche, ich bin dann nochmal an die Newa geschlichen. Wegen des Festes der roten Segel, bei dem alle Schulen, Unis etc. ihren Abschluss feierten war in der Stadt die Hölle los. Also lieber zurück in den Gemeindesaal. Morgen ist auch noch ein Tag, und da haben wir Großes vor!,
Sonntag, 20. Juni:
Thomas: Gegen 9:30 treffen wir uns vor der Isaaks Kathedrale - das sind ja richtig Viele geworden: 80 deutsche Motorräder und über 100 russische. Es nieselt etwas, aber das stört nicht wirklich.
Gegen 10 Uhr ist die Registrierung abgeschlossen und die Fahrt zum russischen Soldatenfriedhof, der in der Volkssprache Newskij Örtchen heisst, geht los. Entgegen aller Vorhersagen sind wir von der Disziplin unser russischen Freunde im Konvoi begeistert. Die Polizei steht an jeder Ampel und winkt uns durch, die St. Petersburger am Straßenrand winken uns freundlich zu.
Nach etwa 70 km kommen wir an der engsten Stelle Newa an. Uns alle packt das Grauen über die vielen Menschen, die an dieser Stelle gestorben sind. Auf einer Fläche von weniger als 2 Quadratkilometern starben bis zu 250000 russische Soldaten und unzählige Deutsche Angreifer.
Wlatscheslaw, der russische Pope, hält eine beeindruckende Andacht. Wir legen, tief berührt, rote Nelken an den Gräbern nieder - gemeinsam mit den russischen Bikern - und wir freuen uns genau darüber, dass wir jetzt zusammen dem Frieden eine kleines Stückchen weiterhelfen dürfen.
Auf dem Rückweg erleben wir auch noch die weniger angenehme Seite Russlands, Korruption, aber ich lasse es mal dabei. Wir mussten damit rechnen. Zuhause angekommen gehen wir noch ins "Deutsch Eck" um die Ecke....sehr lustig.. Thüringer Röster und Wiener in St. Petersburg. Dann ist schon wieder Zeit für die Heia.
Montag, 21. Juni
Thomas: Für mich Ruhetag, Zeit mit Matthias und Berthold zur reden. Die anderen besichtigten Pieter. Ich wäre gerne dabei gewesen, aber so war es auch schön! Abends gehen wir mit Matthias in einen Biergarten nahe der bunten Kirche, treffen noch Frau Jespen und lassen alles gemütlich ausklingen. Nachts fängt es an zu schütten und keiner kann wirklich schlafen....wir müssen morgen zur Fähre! Zum Glück klärt sich irgendwann am Morgen der Weltuntergang zum Nieselregen auf, es heisst packen und verabschieden.
Los gehts. Im Niesleregen raus aus Pieter. Am Ortsausgang rumst mir auch noch H. ins Motorrad. Zum Glück ist nichts dramatisches passiert. Wir können weiterfahren und erreichen nach 200 km die russische Grenze. 45 Minuten, Wahnsinn. Harald und Karin verabschieden sich im ersten Ort in Finnland. Weitere 200 km später kommen wir püntklich zu Fähre wieder in Helsinki an.
Dienstag, 22. Juni
Thomas: Ein Tag auf See, Erfahrungsaustausch mit der Truppe von Christ und Motorrad Berlin, die auf der gleiche Fähre nach Hause fahren. Sauna, Bierchen... und Lotte erzählt, dass er den Rückweg von Travemünde gut kennt. Ich bin so frei, Lotte - Du darfst vorne fahren!
Mittwoch, 23 Juni
Thomas: Ankunft in Travemünde, Zeit sich zu verabschieden. Heiko muss zur Arbeit, die Groenwolds haben was anderes vor, Berthold will sich eine Ferienwohnung ansehen. Wir sind heil in Deutschland angekommen.
Die Resttruppe fährt noch unter der Führung von Lotte - hab ich das genossen- bis Grevesmühlen wo wir ein schönes Hotel finden. Schon wieder Heia.
Donnerstag, 24. Juni
Heimfahrt über wunderschöne Straßen, Lotte führt. Ich hab frei, In Magedburg trennen sich dann unsere Wege. In LE Mottorrad in die Garage, irgendwie noch Bilder ins Netz gestellt und FEIERABEND!
Das war ein geniales Erlebnis! Danke an Matthias und die Organisatoren in St. Petersburg. Danke auch an Alle, die mir bei der Organisation geholfen haben und vor allem Danke an unsere Truppe. Am nächsten Tag haben sich alle zurück gemeldet und ich konnte ein großes Kreuz hinter dieses Abenteuer machen. Ich denke wir alle wünschen Andre aus Mosses Truppe gute Besserung.
Alle Bilder von Thomas findet Ihr hier
Liebe Grüße von Thomas, Heiko, Rolf, Ute, Lotte, Hotte, Berthold, Walli, Wieland und Alexander
